• Ipfweiberwirtschaft

"I want one moment in time" (W.H.)

Aktualisiert: Aug 11

Hattest du schon einen Moment in deinem Leben, den du am liebsten einfrieren wolltest, weil er so schön war? So schön, daß es fast wehgetan hat? Ganz sicher!

Kurz vor dem Urlaub flasht mir da eine wunderbare Urlaubserinnerung durch den Kopf.

Flashback: Ich sitze nach einem sehr langen Flug nachts um zehn Ortszeit bei fast dreißig schwülen Grad auf der Zimmerterrasse am Pool. Ein kaltes Singha-Bier in der Hand. Der Rest der Ipftrotterfamilie planscht im badewannenwarmen Wasser. (Hua-Hin-Liebeserklärung-an-die-Grazie-am-Golf-von-Siam). Einige Fledermäuse surren in einem Affentempo ganz nah an uns vorbei. Frösche quaken im Gebüsch und die Grillen zirpen inbrünstig. Gezielt gesetzte Lampen illuminieren die Anlage. Ich sitze immernoch auf der Terrasse und kann es einfach nicht fassen, wie schön es hier ist.

Auch nach so vielen Jahren Reiseroutine kann ich mich nach wie vor nicht an den ganzen Luxus gewöhnen. Ich fühle mich in manchen Momenten deplaziert und wie reingebeamt in einen Überfluss, den ich so nie kannte und der mir ab und zu fast unheimlich ist.

Und doch bin ich gottfroh darüber, dass ich noch sehe und fühle, daß solche Erlebnisse auf Reisen etwas ganz Besonderes und ein Privileg sind. Gerade für mich als "ehemalige Ostdeutsche" ist es nicht selbstverständlich, irgendwo am anderen Ende der Welt in tropischer Wärme zu sitzen.


Aber nicht nur in der Ferne, auch im heimische Garten ist es das Gewöhnliche, was außergewöhnlich schön erstrahlen kann. Wenn ich auf unserer Terrasse sitze, schaue ich mit wachsender Begeisterung dem umher flitzenden Eichhörnchen oder der Amsel zu, die im Brunnen duscht.


Eine Begebenheit aus dem Alltag, die wohl jede Mutter kennt:

Der Tag begann sehr früh, war lang und voll mit Terminen. Nach Schulschluß war das Kind bereits auf Krawall gebürstet. Die "super Stimmung" steigerte sich, als die Hausis auf dem Plan standen. Kissen flogen durch den Raum, das friedlich schlummernde Sofa wurde zum Punchingball wider Willen. Nicht einmal die Mack´sche Lieblings-Himbeer-Philadelphia-Torte half (und das will schon was heißen)!

Welche Optionen hab ich als Mutter? Wütend und laut werden? Doch lieber ruhig bleiben?

Das eigene Herz signalisiert das, was man in dieser Situation selbst gern hätte. Das Wutwidderchen in den Arm nehmen. So einfach, wie wirkungsvoll. Und "Bibbedi- Babbedi-Buh"- wie durch Zauberhand beruhigte sich die Lage. Der Wind war schlagartig aus den Segeln genommen und das gestresste Kind chillte einfach für ein paar Minütchen in meinem Arm.

Ein ganz seltener, ganz kurzer Moment der Stille und Ruhe! Kein Telefon klingelt, keine Türklingel schellt, kein iPhone plingt….Herrlich! Das war einer dieser Augenblicke von dem du weißt, er wird so niemals mehr wiederkommen.


Viel zu selten sind die Stunden zum Innehalten und Genießen geworden.

Die Momente des Glücks, der Freude, der Zufriedenheit sind spärlich gesät und unsere gemeinsame Familienzeit viel zu kurz. Ergo freue ich mich auf das, was noch kommt: auf die verrückten, gänsehautschönen und gesunden Glücksmomente auf Reisen oder in Gardenien.


In diesem Sinne eine schöne Ferien- und Urlaubszeit!


#Momente #Glück #Zufriedenheit #Thailand #Ruhe #Natur #Augenblick

 

©2020 Ipfweiberwirtschaft. Erstellt mit Wix.com                    ipfweiberwirtschaft@gmx.de

member-of-bloggerday.png