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Gemeinschaftsschule: Top oder Flop?

Aktualisiert: Aug 11


(Werbung/Namensnennung)


Vor einigen Wochen startete in Baden-Württemberg das neue Schuljahr. Für uns begann ein neuer Abschnitt. Der, des „großen Schulkindes” in der weiterführenden Schule. Zugegeben, ich habe in den vergangenen Beiträgen viel gemeckert über das Schulsystem. Meiner Meinung nach war das auch berechtigt. Jedoch mag ich nicht nur schimpfen, sondern lobe viel lieber, wenn Dinge gut laufen.

War der Wechsel auf die Gemeinschaftsschule richtig?

Zeit, ein erstes Resümee zu ziehen.


In einem meiner letzten Posts hatte ich Euch schon von unserer schwierigen Suche nach der richtigen weiterführenden Schule berichtet. Faktoren, wie Ungleichgewicht der Noten, Matheschwäche oder die Größe der Schule spielten eine wichtige Rolle in der Entscheidungsfindung. Außerdem sehe ich persönlich das Schulsystem des sturen Auswendiglernens und Stoffherbetens eher kritisch. Hier gehts zum Text mit meinen eigenen Ansichten dazu.

Nach einiger Überlegung sind wir schlussendlich an die Propsteischule, eine Gemeinschaftsschule, gewechselt. Das Konzept wird hierzulande viel diskutiert und ist bei Skeptikern nach wie vor umstritten. Grob kann es wie folgt beschrieben werden: „...Um die einzelnen Kompetenzen einzuüben, stehen den Schülern Lernpfade zur Verfügung. Diese sind wiederum in drei unterschiedliche Niveaustufen eingeteilt, in das Grund- , das Mittel- und das Profiniveau . Jeder Schüler arbeitet auf dem von ihm ausgewählten Niveau. Die Auswahl der Niveaustufe erfolgt durch Beratung und Unterstützung des Lehrers. Der Unterricht ist im Sekundarbereich ein Wechselspiel zwischen Teamzeit und Lernzeit. In der Teamzeit werden neue Lerninhalte vermittelt und in der Lernzeit erfolgt dann das individuelle und eigenverantwortliche Lernen am Lernpfad. Dem jeweiligen Leistungsniveau entsprechend bearbeiten die Schülerinnen und Schüler die gestellten Aufgaben. Dabei kann auch zwischen den Niveaustufen gewechselt werden. Bei jedem neuen Lernpfad wird auch wieder neu entschieden, auf welchem Niveau der Schüler arbeitet…” (Quelle:Propsteischule Westhausen).


Wie wünschen wir uns eine vorbildliche Schule?

  • In eine gute Schule geht man die ganze Woche gern und mit guter Laune.

  • Die Schule ist modern und hell, mit viel Raum.

  • Die Lehrer leiten die Kinder durch den Schulstoff und beten diesen nicht nur stur durch.

  • Sie nimmt, so weit es geht, Rücksicht auf die individuellen Belange der Schüler.

  • Die Schule bietet ein hohes Maß an Sicherheit und Vertrautheit.

  • Die Kinder werden von praktischen Beispielen inspiriert. Denn das, was Kinder fesselt, nehmen sie bekanntlich gern auf.

  • In einer vorbildlich geführten Schule werden die Kinder zeitgemäß unterstützt und von ihrer Aura mitgerissen.

...Das ist doch eigentlich gar nicht so viel, oder?...

Haben sich unsere Erwartungen erfüllt?

Ja, ja und nochmals JA!

Die Gemeinschaftsschule ist nicht fußläufig im Ort gelegen. Wir haben also den unbequemeren Weg gewählt. Täglich bedeutet es für das Gesamtschülerchen insgesamt rund 28 Kilometer Schulweg.

ABER

  • Die Bildungseinrichtung ist eine Ganztagesschule. Das erleichtert mir die Organisation des Alltags ungemein.

  • Die Räumlichkeiten werden Stück für Stück umgebaut. Es ist ein großzügiger Bau mit ausgezeichneten Unterrichtsräumen und sehr moderner Einrichtung.

  • Durch die Niveaustufen ist es deutlich leichter, auf den Schüler individuell einzugehen. Jeder hat schließlich seine starken und schwachen Fächer.

  • Hervorragend finde ich, dass die Kinder nach Hause kommen, und KEINE Hausaufgaben zu erledigen haben. Wenn etwas nicht geschafft wurde, wird es freiwillig und bisher gern daheim abgearbeitet.

  • Ergo bleibt „nur” das Lernen von Vokabeln oder für Tests. Das ist sowohl für die Kinder als auch für uns Eltern eine enorme Erleichterung.

  • Auch an dieser Schule herrscht Lehrermangel. Dennoch wird klug organisiert, um möglichst keine großen Lücken entstehen zu lassen. (Liebes Schulamt, es ist eine Schande! Hier besteht dringend Nachholbedarf, um den Beruf attraktiver zu machen.)

  • Engagierte Lehrer, die MIT ihren Schülern arbeiten und nicht dagegen. Das zeigt sich deutlich an den Noten, die durchweg gut und sehr gut ausfallen. Was für ein Unterschied! Das lässt das Selbstbewusstsein wachsen!

  • Die Mischung aus erfahrenen Pädagogen und jungen Lehrern finde ich optimal.

  • Dank der vorher genannten Punkte ist die Motivation bei den meisten Kindern hoch.

  • Großartig fanden wir die Kennlernfahrt der fünften Klassen auf einen fantastischen Reiterhof bei Dinkelsbühl. Den Schülern wurde damit ein Erlebnis mit Mehrwert geboten.

  • Noch nicht so lang verfügt die Schule über eine wunderbare Mensa mit einem modernen Onlinebestell- , sowie Kartenzahlsystem. Hier wird frisch gekocht! Wo gibts das noch?

  • Es ist ein abwechslungsreiches Angebot an AG´s sowie eine moderne Bibliothek vorhanden.

  • Die Lehrer haben ein ehrliches Interesse und stets ein offenes Ohr. Das schließt sowohl die Schützlinge als auch uns Eltern ein (Btw: Das habe ich auch schon ganz anders erlebt: „Nächste Woche Donnerstag hätte ich noch einen Termin von 12.05-12.10 Uhr frei” ).

  • Die Schulleitung ist nah- und ansprechbar (Heureka!)


Resümee

Nicht jede Gemeinschaftsschule ist gleich gut. Das Wohlbefinden der Schüler (und auch der Lehrer) hängt von vielen Faktoren ab: z.B. der Führung, der Motivation, der Infrastruktur und des Schüler-Klientels. Ich kann nur für unsere Schule sprechen: An der Propsteischule Westhausen gelingt der Spagat, weil alle Beteiligten mit Herzblut und viel Engagement bei der Sache sind.

Ich war ehrlich skeptisch, wie die selbstständige Arbeit an den Lernpfaden funktionieren soll. Schließlich kennen wir unsere lieben Kleinen. Wir wissen, dass es den Kindern oft noch schwerfällt, aus eigenem Antrieb heraus Aufgaben erledigen.

Surprise, surprise! Zu meiner Überraschung geht das hervorragend!

Sicherlich sieht der ein oder andere das überhaupt nicht so. Für uns ist die Gemeinschaftsschule jedoch genau das richtige Modell und wir sind von Herzen froh darüber!

Fortsetzung folgt….


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