• Ipfweiberwirtschaft

Harte Schule: Der steinige Weg durch den Bildungsdschungel

Aktualisiert: Aug 11

"Die richtige Schulwahl für mein Kind" ist in tausenden Familien jedes Jahr ein wichtiges Thema. Die kleinen Schulbankwärmer fighten im ersten Schulhalbjahr der vierten Klasse fleißig um jede Zensur. Nach den Faschingsferien raufen sich Eltern vielerorts die Haare ob des Angebotes der verschiedenen weiterführenden Schulen. Bis zum Ende des ersten Halbjahres ist entsprechend Vollgas angesagt, denn vor den Ferien findet das Empfehlungsgespräch der Grundschule statt. Der Notendurchschnitt aus den Kernfächern zeigt als Hinweis den Weg der weiterführenden Schule an. Wir sind ehrlich froh, dass in Baden-Württemberg dieser Schulratschlag nicht verbindlich ist und jeder das Privileg der freien Schulwahl genießt. Warum? Lest dazu mehr in den nächsten Absätzen.

Zwischen den Stühlen

Wohin nun mit dem Kinde, wenn es nicht der "Norm" entspricht und zensurentechnisch in keine Matrix gepresst werden kann?

In Ballungsgebieten hat man eher die Qual der Wahl zwischen vielen verschiedenen Schulformen. Aber gerade im ländlichen Raum gibt es meist nur die Standardschulen. Private oder freie Schulen liegen hier mindestens in 20 km einfacher Fahrwegentfernung. Für Fünftklässler halte ich das für nicht zumutbar. Also muss man sich wohl oder übel mit den Gegebenheiten abfinden und das Beste draus machen.

Schule, Schule-wenig (Aus)Wahl

Wir haben eifrig an allen "Tagen der offenen Tür" und Informationsabenden

teilgenommen. In unserem nahen Umfeld gibt es nur einige wenige Optionen zur Auswahl:


• Im Ort in 750m fußläufig erreichbar: das Schulzentrum mit Werkrealschule, Realschule und

Gymnasium.

• In 25 km Entfernung: eine private Katholische Mädchenschule mit Real- und Gymnasialzweig.

• In 14 km Distanz: eine Gemeinschaftsschule mit direkter Busanbindung.

Zu diesem Thema hat die Lernplattform SCOYO einen informativen Artikel verfasst:

➯ https://www-de.scoyo.com/eltern/schule/schulwahl/welche-schulform-fuer-mein-kind

• Das KO.-Kriterium für die Privatschule war die Entfernung. Leider sind die

Busverbindungen in den Schulort miserabel. Entsprechend schnell war diese tolle

Bildungseinrichtung aus dem Rennen.

• Die direkt erreichbare Realschule im Wohnort hat nicht überzeugen können, weil sie recht

unübersichtlich und mit einer großen Schülerzahl bestückt ist.

• Die Gemeinschaftsschule im Nachbarort machte einen guten Gesamteindruck und bietet

viele AG´s sowie ein modernes Umfeld.

Zu früh für feste Entscheidungen

Obwohl ich grundsätzlich die Bildungsempfehlung der Grundschule als Kompass begrüße, bin ich froh, dass es in Baden-Württemberg keinen Richtzwang nach Notendurchschnitt gibt. Zu meiner Schulzeit war das anders: Damals musste man den Notenschnitt X-Y vorweisen, um überhaupt das Gymnasium besuchen zu dürfen. Heute gilt: Versuch macht klug.

Schwierig finde ich die Notenschnittbildung aus den Kopfnoten Mathe und Deutsch. Was, wenn das Kind nun andere Talente hat? Sportskanone, Bastelfan oder Sprachtalent? Das wird alles nicht berücksichtigt. Wir wissen aus eigener, leidvoller Erfahrung, dass eine miese Mathenote den Schnitt trotz guter Deutschnote in den Keller drückt. Das gibt ein extrem verzerrtes Bild.

Ich kann nicht nachvollziehen, warum man bereits ein zehnjähriges Kind in das entsprechende Raster hineinstopfen muss.

"Die passende Schule" Entscheidung fällen

Wir als Eltern haben gemeinsam mit der "zukünftigen Großen" die undankbare Aufgabe, die Wahl der "angemessenen Schule" zu fällen. Nach den eingehenden und prüfenden Schulbesichtigungen haben wir uns für das viel kritisierte Modell der ➯ Gemeinschaftsschule entschieden. Das Bauchgefühl der Chefin und mir hat uns diese Mal geleitet. Unser Eindruck von der Ausbildungsstätte: Der Schulleiter ist sympathisch und aufgeschlossen. Die Lehrer wirken hoch motiviert, gechillt und ehrlich interessiert an ihren Schülern. Es existiert eine gute Mischung aus jungen Lehrern und "erfahrenen Hasen". Die Unterrichtsräume und der Gebäudekomplex sind sehr modern. Man merkt, dass das Lehrpersonal "noch nah am Schüler dran ist".


Die Hoffnung ist deshalb groß, dass wir angenehm überrascht werden, was das Konzept samt Praxisumsetzung angeht.



#Schule #Realschule #Gemeinschaftsschule #Privatschule #Bildung #Schulwahl

 

©2020 Ipfweiberwirtschaft. Erstellt mit Wix.com                    ipfweiberwirtschaft@gmx.de

member-of-bloggerday.png